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Berliner Silber


Berliner Silber - Die Hugenotten von Berlin

Silber gehörte zur kostbaren Ausstattung in Barockschlössern. So verliehen auch in Berlin Silberleuchter und Tafelgeschirr den Schlössern Glanz und repräsentierten ihren Reichtum. Friedrich I. saß als König in Preußen auf einem silbernen Thron.
Leider ist unendlich viel Silber im Zuge der Kriege eingeschmolzen worden. Auch die aufwändigsten und schönsten Objekte wurden der Schmelze übergeben um sie der Münze zuzuführen. Die Staatskasse brauchte Geld für ihre Armee.

Die noch vorhandenen Objekte lassen aber auf das hohe Können der Berliner Gold- und Silberschmiede schließen. Diese Zunft war eine der umfangreichsten in Deutschland.

 

Berühmte Vertreter waren z. B. die Goldschmiede Lieberkühn, Hossauer, Godet oder Wilm. Ebenso waren die Goldschmiede angesehen Persönlichkeiten in Preußens Hauptstadt. Lieberkühn war Hofgoldschmied und Hossauer starb als Geheimer Comissionsrath.

Am 14. April 1598 erließ der französische König Heinrich IV. das Edikt von Nantes. Dieses gewährten den calvinistischen Protestanten (Hugenotten) im katholischen Frankreich religiöse Toleranz und volle Bürgerrechte. Davor kam es immer wieder zu den sogenannten Hugenottenkriegen in denen die Calvinisten andauernd verfolgt wurden.

Am 18. Oktober 1685 widerrief der französische König Ludwig XIV. das Edikt von Nantes.
Damit wurden die französischen Protestanten aller religiösen und bürgerlichen Rechte beraubt. Innerhalb weniger Monate flohen Hunderttausende, vor allem in die calvinistischen Gebiete der Niederlande, die calvinistischen Kantone der Schweizund nach Preußen, insbesondere nach Berlin.

Am 29. Oktober 1685 erließ der Große Kurfürst das Edikt von Potsdam – ein Toleranzedikt.
Es gewährte den Hugenotten in Brandenburg großzügige Privilegien, unter anderen die Befreiung von Steuern und Zöllen. Ca. 20.000 Menschen nahmen das Angebot aus Brandenburg an. Damit stieg die Einwohnerzahl in Berlin um ein Drittel an.
Durch ihre große Zahl gab es für sie z. B. auf dem Gendarmenmarkt eine eigene Kirche - den französischen Dom. Ihm gegenüber befindet sich der Deutsche Dom.
Da sich unter den Hugenotten viele Künstler, Wissenschaftler und Unternehmer befinden, kommt ihnen eine große kulturelle Bedeutung für Berlin zu. Die Zahl ihrer Gold- und Silberarbeiter, Edelsteinfasser etc. war so groß, daß sich innerhalb der Berliner Zunft zwei Sectionen herausbildeten, eine deutsche und französische, jede wurde von zwei Ältermännern geleitet.
Das Edikt von Potsdam trug wesentlich dazu bei, das die Wirtschaft, die durch den Dreißigjährigen Krieges in Brandenburg weitgehend brachlag, sich wieder zu beleben begann.

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Das besondere Objekt

Hugenotten in Berlin
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